Oldtimer- und Schlepperfreunde Treschklingen

Jochen Schön


Portrait: Wilhelm Maybach

Wilhelm Maybach - König der Konstrukteure

 

Heute berichte ich  über Wilhelm Maybach, der am 9. Februar 1846 in Heilbronn als Sohn eines Schreinermeisters zur Welt kam. Kaum 10 Jahre alt verliert er seine Eltern und kommt in ein Waisenhaus. In einer zum Waisenhaus gehörenden Maschinenfabrik beginnt er mit 15 Jahren eine Lehre im "technischen Bureau". 1867 wird Daimler Mitarbeiter derselben Maschinenfabrik. Er erkennt das Talent Maybachs und holt ihn später zur Maschinenbauges. Karlsruhe.

Nicht lange bleiben Sie in Karlsruhe. Daimlers neuer Wirkungskreis wird die Gasmotorenfabrik-Deutz von N. A. Otto in Köln, welche später Traktoren bauen wird.

1873 zieht er Maybach nach. Die Verflechtung der Biographien Daimlers und Maybachs wird sehr deutlich. Als Daimler und Otto sich nicht mehr vertragen, gründet Daimler in Stuttgart ein eigenes Unternehmen und holt sich zum 01.01.1883 wieder Maybach als Konstrukteur.

Maybach konstruiert für  Daimler einen schnellaufenden Motor, der sich, durch sein leichtes Gewicht, auch als Fahrzeugmotor eignet. Es folgen verschiedene Motorkonstruktionen, sowie ein Spritzdüsenvergaser, der zur Grundlage der modernen Vergasertechnik wird. Nach  Daimlers Tod (1900) folgen Rennmotoren. Maybach war somit maßgeblich an der "Ära  Mercedes" beteiligt. Maybach hat das Gefühl, seine Leistungen würden nicht gewürdigt.

Die Daimler-Benz AG, hat ihn bis in die 90er Jahre nicht auf die gleiche Stufe wie Daimler und Benz gestellt. Er verläßt die Daimler-Motoren-Gesellschaft zum 01. April 1907. Maybach griff auf das Vertrauensverhältnis zum Grafen Zeppelin zurück und baute Motoren für die Luftschiffe. 1912 wurde in Friedrichshafen eine eigene Firma gegründet, die heute  als MTU zur Daimler-Chrysler AG gehört. Die Erfolge des Sohnes Karl verschönerten ihm den Lebensabend. Die Maybach-Limousinen sind als "deutscher Rolls-Royce" heute eine Legende.

Sie Kosten damals, wie heute den Gegenwert mehrerer Einfamilienhäuser. Trotzdem verdiente man mit ihnen kein Geld. Lukrativ war nur das Motorengeschäft, oft im militärischen Bereich. Die meisten deutschen Panzer und schweren Kraftfahrzeuge des II. Weltkrieges waren mit Maybach-Motoren ausgerüstet. Wilhelm Maybach erlebt den Boom der Firma durch die Kriegsrüstung Hitlers nicht mehr, da er am 28.12.1929 an einer Lungenentzündung stirbt.

Sein Unternehmen liefert nach dem Krieg U-Boot-Motoren für die Bundesmarine und zur Zeit unter dem Namen "Euro-Power-Pack" das weltweit erfolgreiche Antriebsaggregat für Kampfpanzer wie z. B. den Leopard 2.

 
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