Oldtimer- und Schlepperfreunde Treschklingen

Jochen Schön


Portrait: Rudolf Diesel


Vor rund hundert Jahren bemühten sich Wissenschaftler und
Techniker um die Abkehr von festen Brennstoffen. N. A. Otto, der
Gründer von DEUTZ (1864), erfand den Ottomotor. Die
wirtschaflichere Lösung erfand 30 Jahre später Rudolf Diesel.


Rudolf Diesel wurde am 18.03.1858 in Paris geboren, wohin sein
Vater aufgrund der Revolution von 1848 ausgewandert war. Die
Krieg 1870/71 führte durch Ausweisung der Familie nach London.


Zur Schulausbildung schickt man ihn zu seinem Onkel nach
Augsburg. Im Physikunterricht fasziniert ihn das sog.
pneumatische Feuerzeug, eine Art Luftpumpe, in dem die
verdichtete Luft ein Stückchen Zucker zum entzünden bringt.


Bei seinem Studium an der TU München lernt er den Erfinder der
Eismaschine Prof. Carl Linde kennen, der ihn in seinem Werk Paris
anstellt. Dort versucht er erfolglos den Wirkungsgrad der
Dampfmaschinen 10-12 % zu erhöhen ( Dieselmotor über 50 %). Er
denkt an einen Motor mit Luft zur Verbrennung und hoher
Kompression innerhalb eines Zylinders. Die wichtigsten Merkmale des
Dieselmotors sind damit festgelegt. Gegenüber dem Otto Prinzip mit
einer Verdichtung von 3 bis 5 will Diesel eine Verdichtung von
30 bis 35 Atü erreichen. Die Reaktionen in der
Fachwelt sind gespalten. Die Maschinenfabrik Augsburg will Diesel
unterstützen zweifelt aber einen druckfesten Zylinder herstellen
zu können. Diesel schlägt die für ihren harten Stahl berühmte
Kanonenfabrik Krupp in Essen als Kooperationspartner vor, die
gewillt ist Diesels Idee mit zu verwirklichen.


Zahlreiche Versuche beweisen, dass Diesels Idee richtig ist,
trotzdem gelingt es nicht den Motor zum regelmässigen Laufen zu
bringen. Im Februar 1894 läuft der Motor endlich, er ist aber
noch nicht produktionsreif.
Das Einspritzsystem ist das Problem. Diesel erhält unerwartete
Hilfe durch seine Frau, deren Parfumzerstäuber
hat ihn auf die richtige Idee gebracht. Im Juni 1895 ist der
Motor verwendungsreif.1897 wird Diesel auf dem deutschen
Ingenieurskongress gefeiert. Eine Reihe von Firmen erwirbt
Lizenzen für den Bau des Motors.


Den Siegeszug seines Motors erlebt Diesel nicht mehr. Am 29.
Sept. 1913 schifft er sich in Antwerpen nach England ein um dort
eine neue Dieselfabrik einzuweihen. Doch er kommt nie an. Am 10.
Oktober findet ein holländische Lotsenboot eine Leiche, die als
Rudolf Diesel identifiziert wird. Der Tote wird nach
Seemannsbrauch nicht an Bord genommen. 


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