Landwirtschaft in Deutschland

 

In allen Gegenden Deutschlands erzeugen Landwirte unsere Nahrungsmittel und erhalten ein vielseitiges Landschaftsbild. Aber von Region zu Region sieht die Landschaft anders aus, was sehr eng mit der landwirtschaftlichen Nutzung zusammen hängt. Nicht alle Flächen eigenen sich zur Ackernutzung, sondern werden als Grünland oder Wald bewirtschaftet. Der Anbau von bestimmten Kulturen stellt unterschiedliche Anforderungen an Klima und Boden. Daher konzentrieren sich z.B. Zuckerrüben auf Standorte mit sehr guten Bodenverhältnissen, während Wein nur in sonnenverwöhnten Gebieten wächst.

Die Karte "Landwirtschaft in Baden-Württemberg"  vermittelt, dass Ackerland, Grünland und Wald unterschiedlich verteilt sind, dass es Schwerpunkte im Anbau von Kulturen gibt und dass auch die Tierhaltung regional konzentriert ist. 

 

 

Zeichenerklärung:

Ackerland

Ackerland

Wald

Wald

 

 

Grünland

Grünland

sonstige flächen

sonstige Flächen

 

Getreide

Getreideanbau

Gemüse

Gemüseanbau

Rind

Rinderhaltung

Rüben

Rübenanbau

Äpfel

Obstanbau

Schwein

Schweinehaltung

Kartoffeln

Kartoffelanbau

Wein

Weinanbau

Hühner

Hühnerhaltung

Stadt

Stadtflächen

Grenze1

Staatsgrenze

Grenze2

Bundeslandgrenze

Meer

Meer/See

fluß

Fluß

Kanal

Kanal

 

Wie viele Betriebe gibt es noch? (Landwirtschaftliche Betriebe je Kreis)

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland ist stark rückläufig. Von den 1,8 Millionen Betrieben, die 1950 in Deutschland existierten, waren 1999 nur noch ca. 550.000 übrig geblieben. Die Anzahl der Betriebe je Kreis ist u.a. von den durchschnittlichen Betriebsgrößen abhängig. Je größer die einzelnen Betriebe, desto weniger kann es logischer Weise je Landkreis geben. Dieser Effekt wird besonders im Vergleich zwischen den alten und den neuen Bundesländern sichtbar. Kein einziger Landkreis in den neuen Ländern weist mehr als 1000 landwirtschaftliche Betriebe auf. In den westlichen Bundesländern sind die dichtbesiedelten Ballungsgebiete bzw. kreisfreien Städte (besonders in Bayern und Baden-Württemberg) sehr gut erkennbar. In Bayern heben sich die Ballungsräume München und Nürnberg mit ihrem Umland deutlich von den restlichen Landkreisen ab. Das Rhein-Main-Gebiet und das Ruhrgebiet sind gut als Regionen mit wenigen Betrieben je Landkreis zu erkennen.

Wie groß sind die Betriebe im Durchschnitt? (Landwirtschaftsfläche je Betrieb in Hektar)

Der durchschnittliche landwirtschaftliche Betrieb in Deutschland war 1999 rund 35 Hektar groß. Starke Unterschiede in der Größenstruktur gibt es vor allem zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Während in Ostdeutschland nur in wenigen Kreisen die Betriebe im Durchschnitt kleiner als 100 Hektar sind, so überwiegen in den alten Ländern Landkreise mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von unter 25 Hektar. Lediglich in Niedersachsen und Schleswig-Holstein dominieren die Kreise mit einem Betriebsdurchschnitt über 25 Hektar.

Wie viel Fläche wird von den Landwirten bewirtschaftet? (Anteil der Landwirtschaftsfläche an der Gesamtfläche)

In Deutschland werden rund 54 Prozent der Gesamtfläche landwirtschaftlich genutzt. Aber nicht jede Fläche ist für Landwirtschaft geeignet. In vielen Regionen Deutschlands ist der Boden zu arm an Nährstoffen, um einen wirtschaftlich sinnvollen Ertrag zu erbringen. Andere Flächen sind zu steil oder unwegsam für landwirtschaftliche Nutzung. Schon seit Jahrhunderten werden diese wenig ertragreichen Flächen als Wald genutzt. Ein Vergleich zeigt, dass viele der Gebiete mit einem Anteil der Landwirtschaftsfläche zwischen 25 und 50 Prozent einen hohen Waldanteil besitzen. Dies trifft besonders für die Mittelgebirgsregionen zu. Deutlich sichtbar werden ebenfalls die Ballungsregionen bzw. kreisfreien Städte. Hier wird der Landwirtschaft durch den Bau von Wohngebieten, Industrieanlagen und Straßen immer mehr an Fläche entzogen. Der Anteil der Landwirtschaftsfläche liegt oft deutlich unter 50 Prozent.

Wo in Deutschland liegen die Waldgebiete? (Anteil Wald an der Gesamtfläche)

In Deutschland sind rund 10,7 Millionen Hektar und damit knapp ein Drittel der Gesamtfläche bewaldet. Dies entspricht einem Baumbestand von schätzungsweise 30 Milliarden Bäumen. Regional schwankt der Waldanteil sehr stark z.B. zwischen 3 Prozent im Landkreis Dithmarschen (Schleswig-Holstein) und 61 Prozent im Landkreis Regen (Bayern). 46 Prozent der Waldflächen befinden sich in Privatbesitz. Mehr als die Hälfte aller landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaftet neben Ackerland und Grünland auch Wald. Somit stellt die Waldwirtschaft für viele Landwirte auch einen bedeutenden Betriebszweig dar. Die Flächen mit einem hohen Waldanteil konzentrieren sich in erster Linie auf die Mittelgebirgsregionen.  Bayerischer Wald, Oberpfälzer Wald, Fichtelgebirge, Schwarzwald, Hunsrück, Eifel, Westerwald, Rothaargebirge, Harz und die Rhön. Südöstlich von Berlin sieht man die Waldgebiete der Niederlausitz und des Spreewaldes.

Wo gibt es Ackerland und wo Grünland? (Anteil der Ackerfläche an der Landwirtschaftsfläche)

Innerhalb der Landwirtschaftsfläche werden drei Hauptnutzungen der Flächen unterschieden: Ackerland, Grünland und Dauerkulturen (z.B. Wein, Obst, Hopfen...). Etwa zwei Drittel der Landwirtschaftsfläche werden als Ackerland genutzt, ein Drittel als Grünland.  In den meisten Landkreisen beträgt der Anteil von Ackerland an der gesamten Landwirtschaftsfläche mehr als 50 Prozent, in vielen sogar mehr als 75 Prozent. Lediglich in den Gebieten mit hohen Niederschlägen, niedrigen Durchschnittstemperaturen bzw. einem hohen Anteil an steilen Flächen findet nur im geringen Umfang Ackerbau statt. Hier dominiert auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche die Grünlandwirtschaft.

Wo wird Getreide angebaut? (Anteil des Getreides an der Ackerfläche)

Getreide ist die dominierende Frucht auf den Ackerflächen. 1999 wurden in Deutschland mehr als 7 Millionen Hektar Getreide angebaut. Dies entspricht einem Anteil von rund 60 Prozent des Ackerlandes. Schwerpunkte des Getreideanbaus sind der Südwesten und Westen Deutschlands. Im Alpenraum werden aufgrund der klimatischen Verhältnisse eher Futterpflanzen (in erster Linie Silomais) angebaut.

Wo werden Zuckerrüben angebaut? (Anteil der Zuckerrüben an der Ackerfläche)

Im Vergleich zum Getreide ist die Zuckerrübenfläche in Deutschland eher gering. 512.000 Hektar wurden von dieser Kultur 1998 angebaut. Damit beträgt ihre Anbaufläche weniger als 10 Prozent der Getreidefläche. Für die Bauern jedoch sind die Zuckerrüben sehr wichtig, da sich mit ihnen gute Erlöse erzielen lassen. Zuckerrüben stellen sehr spezielle Anforderungen an Boden und Klima.  Nur dort, wo in Deutschland die besten Böden zu finden sind, werden Zuckerrüben angebaut.

Wo wachsen die Futterpflanzen für die Tiere? (Anteil der Futterpflanzen an der Ackerfläche)

1999 wurden auf rund 1,8 Millionen Hektar oder 15 Prozent der Ackerfläche Futterpflanzen angebaut. Unter Futterpflanzen versteht man in erster Linie Silomais, Klee und Luzerne, die als Futter für die Tiere angebaut werden. Futterpflanzen wachsen selbst in Regionen, die klimatisch für Getreide- oder Zuckerrübenanbau nicht mehr geeignet sind. Schwerpunkte des Anbaus sind weite Bereiche Bayerns, der Süden Thüringens und Sachsens, Brandenburgs und der Nordwesten Deutschlands.

Woher kommt unser Gemüse? (Anteil der Gartenbaugewächse an der Ackerfläche)

Mit Gartenbaugewächsen werden in Deutschland etwa 100.000 Hektar Ackerfläche bestellt. Zu den Gartenbaugewächsen werden z.B. alle Freilandgemüse, wie Kohl, Blumenkohl, Salat, Möhren, Zwiebeln, Spargel, Bohnen und Gurken gezählt. Die Anbaufläche nimmt sich im Vergleich zu anderen landwirtschaftlichen Kulturen sehr gering aus. Für die Bauern jedoch ist der monetäre Erlös, der sich von einem Hektar erwirtschaften lässt, sehr hoch. Die Anbaugebiete liegen in den klimatischen Gunstgebieten (Rheinebene, Bodensee) oder nahe den Ballungszentren, die einen hohen Bedarf an frischem Gemüse haben (Hamburg, Berlin, westliches Ruhrgebiet, Rhein/Main-Gebiet, Nürnberg, Neckarraum, München).

Woher kommen die Milch und das Steak? (Anzahl der Rinder je Kreis)

Die Rinderhaltung stellt für die deutschen Landwirte die wichtigste Einkommensquelle dar. Innerhalb der Rinderhaltung kann man zwischen Milchviehhaltung und Rindermast unterscheiden. Rinder werden in fast allen Regionen Deutschlands gehalten. Lediglich in Gebieten, die sich sehr gut für Ackerbau eignen (Hildesheimer-/Magdeburger Börde, Kölner Bucht), spielen sie eine untergeordnete Rolle. Schwerpunkte der Rinderhaltung sind das Weser-Ems-Gebiet, die norddeutschen Küstenregionen, Bayern und die östlichen Regionen Baden-Württembergs.

Woher kommt unser Schnitzel? (Anzahl der Schweine je Kreis)

 Allein in den neun Landkreisen Diepholz, Cloppenburg, Emsland, Osnabrück, Vechta, Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf werden ca. sieben Millionen und damit mehr als ein Viertel der deutschen Schweine gehalten. Diese Konzentration ist nur möglich, da die Schweinehaltung bezüglich der Futterbeschaffung flächen-unabhängig ist. Dies bedeutet, dass die Landwirte das Futter überwiegend zukaufen und nicht im eigenen Betrieb erzeugen. Diese Konzentration bringt für die Landwirte Vorteile, z.B. bezüglich des Futtereinkaufs, der Schlachtung und Vermarktung. Im internationalen Vergleich, besonders mit den Niederlanden und Dänemark, zeigt sich jedoch, dass die deutschen Landwirte im Durchschnitt wenige Tiere je Betrieb halten und die Schweinehaltung insgesamt wenig konzentriert ist.

Woher kommt unser Frühstücksei? (Anzahl der Legehennen je Kreis)

Bei den Legehennen stellt sich die Konzentration noch deutlicher als bei den Schweinen dar. In den Landkreisen Cloppenburg, Osnabrück und Vechta werden zusammen etwa 10 Millionen Legehennen gehalten, davon mehr als sechs Millionen allein im Landkreis Vechta. Somit leben mehr als ein Viertel aller deutschen Legehennen in diesen drei Landkreisen, 18 Prozent aller Tiere allein im Landkreis Vechta.


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